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Aussehen, Verhalten, Standard

Berta Baum
Die Katze aus den Wäldern Norwegens hat Einzug in unsere Häuser und Wohnungen gehalten. Wir lieben ihre robuste Natürlichkeit und ihren urigen Charme und hoffen, mit ihr ein Stück verlorene Natur in unsere Haushalte zu bringen. Und es gibt keinen Zweifel, auch in der Obhut der Menschen ist die Norwegische Waldkatze ein Naturkind geblieben

 
Achtung Waldkatze
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Geschichte und
Mythologie


Die Rettung der
Waldkatze

Man sagt, sie sieht aus wie ein Luchs. Aber ich vergleiche sie wegen ihrer Beweglichkeit, ihrer außerordentlichen Sprungkraft, ihrer Kletterkunst und nicht zuletzt wegen ihres langen buschigen Schwanzes gerne mit einem großen kanadischen Eichörnchen. Vom Habitus und Erscheinungsbild ist sie eine Mischung aus beidem.

Sie ist eine mittelgroße bis große Katze. Weibliche Tiere sind nur etwa halb so groß wie die Kater, und damit gibt es bei dieser Rasse auch den größten Geschlechterunterschied in der Katzenwelt. Kätzinnen erreichen etwa ein Gewicht zwischen 3 1/2 und 5 kg, Kater gut das doppelte. Ihr Sommergewicht kann sich in den Wintermonaten noch um gut ein kg steigern, dann nämlich setzt sie ordentlich Winterspeck an. Dies und den enormen Unterschied zwischen Sommer- und Winterpelz erlebt man nur, wenn die Waldkatze auch Kontakt mit den Jahreszeiten hat und Auslauf oder ein Gehege bekommt.

Lucy Sommer Lucy Winter
Lucy im Sommer
Lucy im Winter
Keine andere Katze ist so gut gegen Kälte, Nässe und Wind und nicht zuletzt auch vor äußeren Verletzungen geschützt, wie die Waldkatze mit ihrem doppelten, aus Unterwolle und glattem, leicht fettigem Deckhaar bestehenden Winterpelz. Zusätzlichen Schutz bietet der voluminöse Kragen, der Hals und Brust bedeckt.

Bei Kälte und Wind legt die Waldkatze, wenn sie ruht, ihren langbehaarten Schweif über Nase und Mäulchen und erwärmt somit die Atemluft und die Atmungsorgane. Ihre dicken Fellbüschel zwischen den Pfotenballen, schützen nicht nur vor Erfrierungen, sie dienen auch als Schneeschuhe und erleichtern das Trinken aus fließenden Gewässern. Dann nämlich taucht die Waldkatze ihre Pfote ins Wasser und leckt das reichlich in den Büscheln hängengebliebene Naß ab. Um die Schultern herum und an den Vorderbeinen bleibt das Winterfell kurz. An den Hinterbeinen bilden sich lange Höschen oder sogenannte Knickerbockers, die Sprunghand bleibt kurzfellig.

Die Fellwechsel spielen sich im Herbst zwischen Oktober und Anfang Dezember und im Spätfrühling zwischen April und Juni ab, wobei die Waldkatze ihre Unterwolle und den Kragen in dicken Flocken verliert. Die abgestreifte Wolle ist fein wie Kashmir und wird von den Vögeln in unserer Umgebung gerne von Zaungeflecht und Holzstützen abgesammelt, und als Nestbaumaterial genutzt. Man sollte ihr aber in diesem Stadium mit Kamm und Bürste zu Hilfe eilen, um ihr den Fellwechsel zu erleichtern.

Kragen
Im Sommer verliert die Waldkatze nahezu ihre gesamte Unterwolle, sie behält allerdings ihren buschigen Schwanz. Der prachtvolle Kragen reduziert sich auf einen lustigen Backenbart.

Jetzt erkennt man auch den langgestreckten, schlanken aber kräftigen Körperbau. Die Hinterbeine sind höher als die Vorderbeine und verleihen ihr deshalb eine enorme Sprungkraft. Die Brust- und Schenkelmuskulatur ist sehr stark ausgebildet. Sie steht auf dicken Pfoten, die mit extrastarken Krallen bewaffnet sind. Dies alles macht sie zu einem wahren Powerpack mit athletischen Fähigkeiten.

Ihr Gebiss ist prächtig. Der halbmondförmig pigmentierte Bereich hinter den Vorderzähnen, in dem sich das Jacobsonsche Organ, einem Mittelding zwischen Geruchs- und Geschmacksorgan, verbirgt, bedeckt einen weitaus größeren Gaumenbereich, als den bei den Hauskatzenverwandten. Die Schnurrbarthaare sind extrem lang. In ihren fleischigen Ohren wachsen lange Ohrbüschel. Idealerweise sitzen auf den hochstehenden Ohren lange Luchspinsel.
Schnurrbart Ohrbüschel
Die mandelförmigen, großen Augen sind wach und aufmerksam. Die ideale Augenfarbe ist grün. Die Nase ist lang und gerade wie bei der sprichwörtlichen „römischen Nase“. Die Kopfform ist dreieckig, wobei die Wangenknochen und das Kinn kräftig ausgebildet sind. Nicht zuletzt ist es der geheimnis- und seelenvolle Ausdruck ihres Gesichtchen, der sie zu der sagenhaften Troll-, Elfen- und Märchenkatze gemacht hat.

Waldkatzen kommen in allen Hauskatzenfarben, mit/ohne weiß vor. Verboten ist der Maskenfaktor der Siamesen und Birmesen.


Obwohl die Waldkatze wegen ihrer Anpassungsfähigkeit auch gut in der Wohnung zu halten ist, kommt nur derjenige in den Genuß der vollen Entfaltung ihrer Fähigkeiten und Schönheit, der ihr einen Raum in der freien Natur zuweisen kann. Freien Auslauf kann ich wegen der Gefahren im Straßenverkehr natürlich nicht empfehlen. Jedoch sollte ihr jeder, der es irgendwie einrichten kann, ein Freigehege mit Klettermöglichkeiten auf seinem Grundstück zuweisen. Siehe Freigehege.

Lucy und Wendy
Die Waldkatze entwickelt sich langsam. Erst nach 4 - 5 Jahren erreicht sie ihre volle Pracht. Sie hat einen langsameren Stoffwechsel und ist deshalb auch ein guter Futterverwerter, d.h., am Futternapf ist sie genügsamer, als ihre heißblütige Verwandte, die Siamesin. Sie ist bestens für ein Leben als Wildling ausgerüstet, trotzdem ist der Mensch der Mittelpunkt ihres Lebens. Die Waldkatze ist ein ausgeglichener und sanfter Zeitgenosse, die ihren Menschen nicht aus den Augen läßt, aber auch nicht ständig geknuddelt werden muß. Sie fordert aber energisch mit liebevollem Köpfchengeben, Wangenstreichen und auch Wangenkneifen ihr Recht auf Zuwendung ein und sorgt dann hartnäckig dafür, daß sie nicht übergangen wird. Dann erklingt auch ihr drolliges Stimmchen, hell, tschirrpend und gurrend, was sonst eher selten ist.

In Erinnerung an ihr ehemaliges Wildleben, sagt man ihr eine gelegentliche Scheu vor Fremden und eine gewisse Vorsicht nach, andererseits ist sie aber auch stressunempfindlich und unerschrocken bis zur Unerschütterlichkeit. Daß sie (leider) eine ausgezeichnete und leidenschaftliche Jägerin ist, habe ich schon erwähnt. Sie hat einen ausgeprägten Hang zum Wasser. Zu ihrem Speisezettel in freier Wildbahn gehören daher nicht nur Mäuse und Vögel, sondern auch Fisch und Amphibien.

Ihr Selbstbewußtsein ist obligatorisch, ihre Cleverness sprichwörtlich.
Ihre Sanftheit und Unerschütterlichkeit sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie auch sehr temperamentvoll und verspielt sein kann.

Außnahmen bestätigen die Regel.


Standard

Kopf
Dreieckform, mit gleich langen Seiten;
langes gerades Profil ohne Unterbrechung.
Kräftiges Kinn.

Ohren:
Hoch und offen, mit guter Breite am Ansatz, sodaß die Konturen der Ohren denen des Kopfes hinunter zum Kinn folgen.
Mit Luchsartigen Büscheln und langen Haarbüscheln in den Ohren.

Augenform:
Groß, gut offen, leicht schräg. Aufmerksamer Ausdruck.

Augenfarbe:
Alle Farben sind erlaubt, unabhängig von der Farbe des Fells.

Körper:
Groß und kräftig gebaut, lang. Solider Knochenbau.

Beine:
Hohe Beine; die Hinterbeine sind höher als die Vorderbeine.

Schwanz:
Lang und buschig, sollte bis zum Nacken reichen.

Fellstruktur:
Halblang. Das wollige Unterfell ist mit einem glatten,
wasserabstoßendem Oberfell bedeckt. Dieses glänzende Fell bedeckt den Rücken und die Seiten. Eine voll behaarte Katze hat ein Lätzchen, eine volle Halskrause und Knickerbocker.

Fellfarbe:
Alle Farben sind erlaubt, (ausgenommen Pointabzeichen, chocolate und lilac, cinnamon und fawn;), einschließlich aller Farben mit weiß. Jede Menge weiß ist erlaubt, d.h. weißes Medaillon, weiß an der Brust, dem Bauch oder weiße Blesse, weiß an den Pfoten usw.

Fehler:
Runder oder viereckiger Kopf, Profil mit Break (Stop).
Kleine Ohren. Zu kleine und zierlich gebaute Katzen. Kurze Beine. Kurzer Schwanz; trockenes, filziges Fell.


Punkteskala:

Typ 25
Fell 25
Kopf 20
Ohren 10
Schwanz 10
Augenform 5
Kondition 5

Total 100

Linkurteil
Bömmi Mini

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