Obwohl die Waldkatze wegen ihrer Anpassungsfähigkeit auch gut in der Wohnung zu halten ist, kommt nur derjenige in den Genuß der vollen Entfaltung ihrer Fähigkeiten und Schönheit, der ihr einen Raum in der freien Natur zuweisen kann. Freien Auslauf kann ich wegen der Gefahren im Straßenverkehr natürlich nicht empfehlen. Jedoch sollte ihr jeder, der es irgendwie einrichten kann, ein Freigehege mit Klettermöglichkeiten auf seinem Grundstück zuweisen.
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Großes Außengehege. 30m vom Wohnhaus entfernt und von den Katzen über einen gesicherten Gang zu erreichen.
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Der Katzengang läuft über die ganze Längsseite des Hauses unter den Fenstern des 1.OG. An der Südseite (links) endet er in einem kleinen Gehege. Nach Nordwesten hin (rechts) führt er über eine hohe Brücke zu einem Baum auf der Böschung, wo eine Plattform befestigt ist. Von dort geht ein weiterer Gang über eine Wiese ca. 25 Meter weit zum großen Außengehege. Die Katzen können durch eine Katzenklappe in einem Fenster des Obergeschosses ein-und ausgehen.
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Links sieht man das kleine Gehege an der Südseite, rechts einen Teil der Brücke.
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Die Brücke mit einem Teil der Baumplattform.
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Übergang vom Dach zur Brücke.
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Die Brücke ist gerade so breit, daß zwei Katzen aneinander vorbeikommen.
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Der Gang auf der Wiese in Richtung Aussichtsplattform und Haus.
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Der Gang auf der Wiese in Richtung zum großen Gehege.
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Das Innere des großen Geheges mit Blick auf den Teich. Das große Gehege mißt etwa 350 qm. Im Laufe der Zeit wurde noch das angrenzende Tannenwäldchen mit nochmals 400 qm katzensicher gemacht.
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Hier nochmals ein Blick auf den Gang an der Längsseite des Hauses mit einem Katzenbalkon.
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Der Katzenlauf und das Gehege sind ein sehr wichtiger Bestandteil im Leben unserer Katzen. Durch die Katzenklappe im Fenster des Obergeschosses ist ein ständiges Kommen und Gehen. Im Haus wird gefressen und geschlafen. Draußen gejagdt, getobt, gedöst und gespielt.
Am rauhen Schalholz können sich die Waldkatzen die Krallen wetzen und verschonen unsere Möbel im Haus.
Obwohl im Haus ausreichend Katzenklos deponiert sind, ziehen es alle Katzen vor, in die Sandkästen im Gehege zu gehen. Der Jahresverbrauch von ca. einem Kubikmeter Bausand kostet nur ca. DM 80,--. Das spart also jede Menge Geld.
Die Waldkatzen trinken gerne das weiche, mineralstoffhaltige Teichwasser. Wir haben aber trotzdem noch Wassernäpfe im Haus stehen.
Sehr wichtig für Verdauung und Magenhygiene ist die Quecke, ein hartfaseriges, rauhes Gras, das sie draußen reichlich finden.
Die Gehege sind möbliert mit Gartenmöbeln, Holzplattformen, Schutzhäuschen, einem großen Teich mit einem darübergelegten Baumstamm, mehrere dekorierte Betonkübel mit Wasser, zwei großen Sandkästen und Plateaus aus Holz in den Bäumen. Außer einer großen Wiese, gibt es im großen Gehege jede Menge Sträucher und Bäume, wobei auf die Giftigkeit der Pflanzen für Katzen geachtet werden muß. Wir haben Haselnußsträucher und Hollunder gepflanzt. Es stehen dort Buchen, Eichen, eine große Birke und Saalweiden. Die Wiese wird im Sommer nur teilweise gemäht, weil die Katzen gerne durchs hohe Gras streifen oder sie machen sich kleine Kuhlen und schlafen auch dort.
Das Gehege wird bei jedem Wetter, Schnee, Sonne, Wolkenbruch und Sturm, Winter wie Sommer, bei Tag und Nacht benutzt. Anders als bei Katzen, die Freilauf mit all seinen Gefahren wie Straßenverkehr, Fluchtsituationen durch Hunde, konkurrierenden Katzen, Unfallgefahren, Jägern etc. ausgesetzt sind, benutzen unsere Katzen ihren Freigang entspannt, wie eine Art Wohnzimmer, weil sie wissen, daß keine unvorhersehbaren Gefahren zu ihnen eindringen können.
Konstruktion und Tips zum Bau eines Katzengeheges
Es gibt alle möglichen Varianten von Elektrozäunen und Katzennetzen im Fachhandel zu kaufen, die nicht immer sinnvoll und zudem noch sehr teuer sind.
Am Besten bewährt hat sich bei uns ein kunststoffummanteltes Zaungeflecht in 2,5 cm Maschenweite, Farbe grün, das in den Breiten 0,5 und 1 m und in verschiedenen Längen bis zu 25 m in Baumärkten oder landwirtschaftlichen Genossenschaften zu kaufen gibt.
Für eine 1 m x 25 m Rolle bezahlt man etwa 70.- bis 80,-- Mark. Das Geflecht ist stabil, luftig und leicht. Die Bahnen kann man leicht mit dünnem Zaundraht zusammenflechten und es ist dünn genug, daß man es an Holz festtackern kann. Außerdem dehnt es sich nicht, so daß sich die Katzen nicht unter den Stoßkanten durchwursteln können, also auch für Balkon und Fenster ideal. Es ist nicht häßlicher als ein Katzennetz, hängt nicht durch und ist sehr witterungsbeständig. Wir haben das kleine Gehege, alle Gänge und den Katzenlauf an der Hausvorderseite damit dichtgemacht. Als Bodenabschluß nimmt man entweder einen dünnen Balken, oder man gräbt das Geflecht ca. 30cm in den Boden ein. Das wäre aber nur für Eindringlinge von Außen sinnvoll, eine Katze käme nie auf den Gedanken, sich irgendwo durchzubuddeln.
Das große Gehege
Das Geflecht wurde auch als Übergang zwischen dem Maschendraht und dem großen Vogelschutznetz im großen Gehege benutzt, Das große Gehege wurde rundum, auch über der Eingangstür, noch einmal zusätzlich mit einer 0,5 m breiten Geflechtbahn nach innen gesichert, damit sich die Katzen nicht durchs Netz drücken können.
Ebenso wurden die Stämme aller Bäume im Gehege in ca. 3 - 5 m Höhe mit diesem Geflecht abgesichert. Wir konstruierten eine Art Kragen mit einem Außenradius von ca. 1 m. Außen wurde der Kragen mit dem Vogelschutznetz verbunden. Am Stamm wurde das Kragengeflecht mit einer Art Manschette aus Zaundraht an den Baum so fest herangezogen, daß sich die Katzen nicht mehr hindurchwurschteln konnten. Damit die Manschette mit dem Kragen nicht am glatten Stamm herunterrutschen konnte wurde sie in einer Astgabelung befestigt. Wenn der Baumstamm mit der Zeit dicker wird, kann man die Manschette etwas lösen, so daß sie nicht einwachsen kann.
Als Absicherung nach oben haben wir außer einer Geflechtbahn ein sogenanntes Vogelschutznetz oder Teichnetz aus einem stabilen Kunstoffmaterial benutzt. Diese Netze gibt es bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften und Baumärkten in allen Abmessungen bis zu einer Größen von 10 x 25 m. Das größte Netz kostet etwa 200 - 250 Mark. Die Netze kann man problemlos mittels Bindedraht zusammenflechten oder mit dem Zaundraht verbinden.
Etwas schwierig ist die Verbindung des Zaungeflechts unter den Bäumen mit dem Netz.
Dann muß man das Netz vom Zaun her bis zum Baum aufschneiden, darumherum ziehen und die offene Naht wieder schließen.
Die Bäume halten auch das Netz hoch. Wo es frei durchhängt, besonders in der Mitte des Geheges, haben wir dicke 2, 5 m lange Dachlatten am Ende mit einer Ringöse versehen, dort das Netz eingehängt und die Dachlatten hochgestellt.
Diese Dachlatten, ungefähr 20 an der Zahl werden bei Naßschnee wieder weggenommen, so daß das Netz herunterhängen kann. Die schwere Schneelast würde sonst das Netz zerreißen, oder sogar die Zaunstützen nach innen drücken. Das Netz selbst ist so dehnbar, daß es durch die Schneelast zu Boden gedrückt werden kann, ohne zu zerreißen. Trotzdem muß man in diesem Falle immer wieder kontrollieren, daß sich kein Loch auftut. Gefährlich wird dies, wie gesagt nur bei Naßschnee, wenn die Außentemperatur über Null geht, der Schnee zusammenpappt und dadurch auf dem Netz liegenbleiben kann. Normalerweise sind die Maschen aber so weit, daß der Schnee hindurchfällt. Vielfach reicht es aber auch aus, den liegengebliebenen Schnee einfach abzuschlagen.
Ein Netz auf dem Gehege ist nötig, um fremde Katzen fernzuhalten.
Evtl. würde auch eine nach innen überhängende Zaunbahn auf einer Stützkonstruktion reichen, denn über Kopf klettern Katzen nicht.
Allerdings habe ich bei den Waldkatzen besondere Bedenken, weil sie mühelos über 2 m aus dem Stand hochspringen können und so doch den inneren Rand des Zaunes erreichen könnten. Sicher ist sicher.
Diese Konstruktion hat sich jahrelang bei uns bewährt.
Bei den Zaunpfählen handelt es sich um imprägnierte, an einer Seite angespitzte Fichtenpfähle, Länge ca. 2,30 cm, die in den Boden geschlagen werden. Abstand hier: 1,80 m. Die Zaunpfähle wurden mit 6 cm - Maschendraht beschlagen, der 30 cm in den Boden eingegraben wurde. Ein solcher Zaun hält Jahrzehnte.
Bleibt zu erwähnen, daß ein solches Außengehege natürlich nicht an einem Tag gebaut werden kann. Wir haben es Jahr für Jahr stückchensweise erweitert und es gibt auch immer wieder etwas zu reparieren und zu verbessern.
Die Holzteile, die dem Wetter besonders ausgesetzt sind, also die Brücke und der Gang über die Wiese wurden in diesem Jahr, nach sieben Jahren Bestand, erneuert und noch etwas verbessert. So haben wir die Brücke verbreitert, ein besseres Stützsystem für das Zaungeflechtdach konstruiert und den Gang über die Wiese auf Stützen hochgelegt, weil die Feuchtigkeit aus der Wiese das Holz zu sehr angreift.
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